
Geschichte des Hotel National - 2ter Teil
1899/1900
Start des Grossprojektes „Nationalhof“.
Erweiterung des Hauses um den heutigen „Osttrakt“ – ein ambitioniertes Unterfangen, erweitert doch der Trakt das Hotel um
die Hälfte der eigenen Grösse. Der „Nationalhof“ ist als beheizbares „Winterhaus“ konzipiert, um Luzern und das Hotel auch
in den Wintermonaten für den Tourismus attraktiv zu gestalten. Gänzlich neu und zukunftsweisend sind die „Appartements“,
die im Osttrakt erstmal geschaffen werden – diese neuartige Unterkunft setzt sich im Laufe des 20. Jahrhunderts in allen
Luxushotels weltweit durch (Suiten). Mit dem An- und Ausbau werden die Weichen für die Gegenwart gestellt: Bis auf kleine
äussere Umgestaltungen und die Erweiterung um den Zwischentrakt sind Grundriss und Gestalt des Hauses bis heute erhalten. Die
Innenarchitektur und die Ausstattung sind stets zeitgemäss angepasst worden. Die damaligen „Gesellschaftsräume“ wichen den
Restaurants und der Hotelhalle. Im „grossen Restaurant“ befinden sich Bankett- und Tagungsräume. Erhalten blieb der
„Festsaal“.
Verantwortlich für den Neubau ist der Architekt Emil Vogt. Er setzt mit seinen innovativen Ideen neue Massstäbe in der
Hotelarchitektur. Emil Vogt, als „Baumeister des Komforts“ bekannt, ist sehr eng mit César Ritz verbunden. Während des 1.
Weltkrieges zeichnet er für den Bau bedeutender Hotels wie das Hotel „Ritz“ in Kairo, das Hotel „King David“ in Jerusalem
oder für die Erweiterung des Hotel „Luxor“ verantwortlich.
1901 – 1906
Die „Grand Epoque“ – ein goldenes Zeitalter für das Grand Hotel National mit bis zu 46'000 Übernachtungen pro Jahr. Ein
Volumen, das sich auch in den goldenen Zwanzigerjahren nicht mehr erreichen lässt. Internationale Gäste, insbesondere
aus Grossbritannien und Nordamerika schätzen das Hotel und Luzern sehr. Das Gästebuch dieser Zeit liest sich wie das
„Who is who“ der Geschichte. Mitglieder aller Königshäuser aus der ganzen Welt, geben dem traditionsreichen Haus die Ehre.
1910
Die 3. Expansion: Aufstockung des Zwischentraktes. Das Grand Hotel National und der Nationalhof werden mit dem Zwischentrakt
verbunden.
1910 – 1914
„Luzern geht in die Luft“ – als erste und einzige Stadt bisher weltweit bietet Luzern eigene Passagierflüge an und erwirbt
dafür sein eigenes Luftschiff, „Ville de Lucerne“, gebaut von der französischen Gesellschaft „Compagnie Générale Transaérienne.
1914
Der 1. Weltkrieg bricht aus. Für die Schweizer Luxushotellerie bricht eine schwere Zeit an. Während der letzten Kriegsjahre
dient der Keller und das Erdgeschoss des „Grand Hotel National“ als Warenlager – andere Luxushotels trifft es schlimmer:
das „Maloja Palace“ wird zur Kaserne, das Montreux Palace“ zum Lazarett und das „Palace“ in Gstaad wird gänzlich
geschlossen.
1916
César Ritz stirbt.
